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Gebrauchtwagen kaufen: Was Sie vor dem Kauf unbedingt prüfen sollten

Vermeiden Sie teure Fehler beim Gebrauchtwagenkauf. Dieser umfassende Ratgeber zeigt, worauf Sie achten müssen — von der Fahrzeughistorie bis zur OBD2-Diagnose.

Ein Gebrauchtwagen kann im Vergleich zum Neuwagen Tausende Euro sparen — birgt aber auch Risiken. Versteckte Mängel, offene Finanzierungen und manipulierte Tachos sind nur einige der Fallen, in die unvorbereitete Käufer jedes Jahr tappen.

Dieser Ratgeber führt Sie durch alles, was Sie vor dem Kauf prüfen sollten.

Vor der Besichtigung: Online-Recherche

Fahrzeughistorie prüfen

Bevor Sie eine Besichtigung vereinbaren, sollten Sie die Fahrzeughistorie überprüfen. In Deutschland stehen Ihnen dafür verschiedene Dienste zur Verfügung:

  • Wurde das Fahrzeug als gestohlen gemeldet?
  • Gibt es offene Finanzierungen oder Pfandrechte?
  • War das Auto in schwere Unfälle verwickelt?
  • Stimmt der Kilometerstand mit den Aufzeichnungen überein?
  • Wie viele Vorbesitzer hatte das Fahrzeug?
  • HU/AU-Historie (über die Zulassungsbescheinigung oder Online-Dienste)

TÜV-Berichte und HU-Historie

Prüfen Sie die HU-Berichte des Fahrzeugs. Achten Sie auf wiederkehrende Mängel — wenn dasselbe Problem Jahr für Jahr auftaucht, deutet das darauf hin, dass der Besitzer das Auto nicht ordentlich gewartet hat.

Kontrollieren Sie auch, ob der Kilometerstand zwischen den HU-Terminen konsistent steigt. Plötzliche Rückgänge sind ein starkes Indiz für Tachomanipulation.

Die Besichtigung vor Ort

Außen

Gehen Sie um das Auto herum und achten Sie auf:

  • Spaltmaße: Ungleichmäßige Abstände zwischen Karosserieteilen deuten auf vorherige Unfallschäden und mangelhafte Reparaturen hin.
  • Farbunterschiede: Betrachten Sie das Auto aus verschiedenen Winkeln. Nachlackierte Teile haben oft einen leicht abweichenden Farbton oder eine andere Oberflächenstruktur.
  • Rost: Prüfen Sie Radkästen, Schweller, Türunterkanten und den Bereich um die Windschutzscheibe. Oberflächenrost ist kosmetisch — Durchrostung ist ein Ausschlusskriterium.
  • Reifenverschleiß: Ungleichmäßiger Verschleiß deutet auf Achsvermessungs- oder Fahrwerksprobleme hin. Prüfen Sie alle vier Reifen.

Innen

  • Verschleiß prüfen: Passen die Abnutzungsspuren an Sitzen, Lenkrad und Pedalen zum angegebenen Kilometerstand? Ein Auto mit 30.000 km sollte keinen durchgesessenen Fahrersitz haben.
  • Elektronik: Testen Sie jeden Knopf, Schalter und Bildschirm. Elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Infotainment, Sitzheizung — alles.
  • Geruch: Ein modriger oder feuchter Geruch deutet auf Wassereintritt hin. Heben Sie die Teppiche im Kofferraum und Fußraum an, um auf Feuchtigkeit zu prüfen.

Unter der Motorhaube

  • Ölstand und Zustand: Ziehen Sie den Ölmessstab. Das Öl sollte zwischen Minimum und Maximum stehen und darf nicht dickflüssig, tiefschwarz oder metallisch glänzend sein.
  • Kühlmittel: Prüfen Sie den Ausgleichsbehälter. Das Kühlmittel sollte sauber sein — braunes oder öliges Kühlmittel deutet auf einen Zylinderkopfdichtungsschaden hin.
  • Riemen und Schläuche: Suchen Sie nach Rissen, Ausfransungen oder sprödem Material an sichtbaren Riemen und Schläuchen.
  • Undichtigkeiten: Schauen Sie unter das Auto — gibt es Spuren von Flüssigkeitsaustritt?

Die Probefahrt

Kaltstart

Bestehen Sie immer auf einen Kaltstart. Verkäufer, die den Motor bereits laufen lassen, wenn Sie ankommen, könnten Startprobleme, übermäßigen Rauch oder ungewöhnliche Geräusche verbergen wollen.

Worauf Sie hören sollten

  • Klopfen oder Ticken vom Motor
  • Heulen vom Getriebe oder Differential
  • Schleifen beim Bremsen
  • Poltern über Bodenwellen (verschlissenes Fahrwerk)

Worauf Sie achten sollten

  • Vibrationen im Lenkrad (Unwucht oder verzogene Bremsscheiben)
  • Ziehen zu einer Seite beim Bremsen (Bremsen- oder Achsproblem)
  • Gleichmäßige Gangwechsel (sowohl bei Schalt- als auch Automatikgetriebe)
  • Kupplungspunkt (ein sehr hoher Greifpunkt deutet auf eine verschlissene Kupplung hin)

Die OBD2-Diagnose — der entscheidende Schritt

Das ist der Schritt, den die meisten Käufer auslassen — und er ist wohl der wichtigste. Ein OBD2-Scan deckt versteckte Fehlercodes auf, die möglicherweise noch keine Warnleuchte ausgelöst haben.

Nehmen Sie ein Smartphone mit installiertem Cars Guru und einen OBD2-Bluetooth-Adapter mit. Stecken Sie ihn in die Diagnosebuchse und starten Sie einen vollständigen Scan. Die App zeigt Ihnen alle gespeicherten oder anstehenden Fehlercodes und erklärt deren Bedeutung.

Achten Sie besonders auf:

  • Gelöschte Codes: Wenn das System null Codes zeigt, das Auto aber eine hohe Laufleistung hat, wurden die Codes möglicherweise kürzlich gelöscht, um Probleme zu verschleiern. Prüfen Sie die Readiness-Monitore — stehen sie auf „nicht bereit”, wurden die Codes wahrscheinlich kurz vor Ihrem Besuch gelöscht.
  • Anstehende Codes: Das sind Probleme, die das Steuergerät erkannt hat, die aber noch keine Warnleuchte ausgelöst haben. Sie deuten auf sich entwickelnde Defekte hin.

Verhandlungstipps

Mit Ihren Inspektionsergebnissen sind Sie in einer starken Verhandlungsposition:

  • Nutzen Sie gefundene Mängel oder anstehende Wartungsarbeiten als Argument für einen niedrigeren Preis
  • Kalkulieren Sie die Kosten für neue Reifen, eine Inspektion oder nötige Reparaturen ein
  • Vergleichen Sie ähnliche Fahrzeuge auf mobile.de und AutoScout24
  • Lassen Sie sich nie unter Druck setzen — ein seriöser Verkäufer gibt Ihnen Bedenkzeit

Nach dem Kauf: Wartung ab Tag eins dokumentieren

Sobald Sie Ihren Gebrauchtwagen gekauft haben, sollten Sie als Erstes einen Wartungsplan einrichten. Cars Guru ermöglicht es Ihnen, Ihr neues Fahrzeug anzulegen, den aktuellen Kilometerstand zu erfassen und Erinnerungen für alle kommenden Wartungen zu setzen. Beginnen Sie vom ersten Tag an mit einer digitalen Servicehistorie — das zahlt sich beim späteren Weiterverkauf aus.

Laden Sie Cars Guru herunter und geben Sie Ihrem Gebrauchtwagen die organisierte Betreuung, die er verdient.